Rundwanderung im Oberglottertal auf den Spuren des Urgrabens

Kondition 
Erlebnis 
Landschaft 

Am Kandelsüdhang kann man noch viele Spuren des mittelalterlichen Bergbaus entdecken. Diese Wanderung führt zu einigen davon.

Unterwegs auf dem historsichen Verlauf des Urgrabens.
Unterwegs auf dem historsichen Verlauf des Urgrabens. - © Autor: Bernhard Würzburger, Quelle: © Tourist-Info Glottertal

Beste Jahreszeit

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Startpunkt der Tour:

Parkplatz am Panorama-Freibad

Zielpunkt der Tour:

Parkplatz am Panorama-Freibad

Beschreibung

Heute gilt Glottertal als Natur- und Schlemmer-Paradies. Doch im 13 Jhd. war es Standort für einen pulsierenden Bergbau. Zahlreiche (verschlossene) Stolleneingänge und ein mittelalterlicher Wassergraben zeugen davon. Diese Wanderung führt ein Stück auf dem sog. Urgraben, der im 13. Jhd. dazu diente, Wasser vom Osthang des Kandels für die Hebeanlagen in den Bergwerken herbeizuführen. An den felsigen Stellen am Gullerbühl lässt sich noch gut erkennen, wie der Kanal in den Fels gehauen wurde. Zu Beginn und am Ende belohnen schöne Ausblicke über das Tal. Gut zwei Drittel des Weges führen durch Wälder hinauf bis zum Luser und ab dort am Berg entlang bis in das Oberglottertal.

Wegbeschreibung

Ab Parkplatz (350 m.ü.M.) geht es zunchst am Panorama-Freibad vorbei, dann oberhalb Gasthaus Sonne links zum Winzerpfad, am Sonnenbühl (356 m.ü.M., Infostele zum Bergbau) links hinauf in den Eichbergwald (440 m.ü.M.) – weiter auf dem breiten Eichbergweg mit schönen Ausblicken bis zum Rinzberg (468 m.ü.M.) und Unterm Fuchsfelsen (510 m.ü.M.) – dort rechts abbiegen zum Schlosswaldeck (495 m.ü.M.) - dem Weg Richtung Heidelbeereckle folgen, nach ca. 700m vom breiten Weg nach rechts abbiegen und weiter zum Heidelbeereckle (630 m.ü.M.) – dort rechts weiter zum Vogesenblick (605 m.ü.M., Infostele zum Bergbau), dem Weg zum Luser (640 m.ü.M.) folgen - nun abwärts zu Am Luser (610 m.ü.M.) - dem Weg Richtung Badwald folgen, die Route biegt nach ca. 100m rechts in den Pfad ein zum Badwald (610 m.ü.M.) – weiter zum Am Gullerbühl (597 m.ü.M.) und Gullerwald (592 m.ü.M.). Auf dem Wegstück zwischen den Wegweiserstandorten Am Luser und Am Gullerbühl folgt man dem historischen Urgraben, einem mittelalterlichen Wasserkanal der von der Platte am Osthang des Kandels bis zu den Bergwerken in Glottertal und Suggental führte. An den felsigen Stellen lässt sich noch gut erkennen, wie der Kanal in den Hang gehauen wurde. Ab Gullerwald (592 m.ü.M.) geht es nun auf aussichtsreicher Strecke hinunter ins Tal über Überm Hartererhof (550 m.ü.M.) und Birkles Kreuz (413 m.ü.M.) bis zur Glotterrainbrücke (356 m.ü.M.) ab dort an der Talstraße entlang zurück zum Panorama-Freibad / Parkplatz.

Anfahrt

Auf der L 112 bis Parkplatz Panorama-Freibad.

Parken

Parkplatz Panorama-Freibad

Öffentliche Verkehrsmittel

Von Denzlingen oder St. Peter kommend: mit dem Linienbus 7205 bis Haltestelle Glottertal Sonne (von dort 150 m bis zum Parkplatz) Nächster Bahnhof: Denzlingen ca. 7 km - wochentags Busverbindung nach Denzlingen halbstündlich, am Wochenende stündlich.
Höhenprofil:
Schwierigkeit mittel
Länge10,5 km
Aufstieg 371 m
Abstieg 371 m
Dauer 3:30 h
Niedrigster Punkt341 m
Höchster Punkt655 m
Startpunkt der Tour:

Parkplatz am Panorama-Freibad

Zielpunkt der Tour:

Parkplatz am Panorama-Freibad

Eigenschaften:

Rundtour

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Weitere Infos

Der Urgraben - eines der bedeutendsten Denkmäler der Technikgeschichte in Europa

Die Blei-Silberbergwerke im Glottertal waren im Hochmittelalter die reichsten des Breisgaus. Sie gehörten den Herzögen von Zähringen und nach deren Aussterben den Grafen von Freiburg. Betrieben wurden die Bergwerke von reichen Patriziern aus Freiburg.

Wichtigstes Ereignis war die Erbauung eines sehr großen Wassergrabens, der 1284 auf eine Länge von 22 km ausgebaut wurde. Dieser „Urgraben“ genannte Hangkanal wurde vom oberen Zweribach über drei Wasserscheiden bin in das Glottertal und Suggental geführt. Das damit von der Ostseite des Kandels herbeigeschaffte Wasser diente zum Betrieb einer Wasserhebeanlage, der ersten, die in Mitteleuropa bekannt ist. In dem benachbarten Suggental wurden die Bergwerke 1288 durch ein Unwetter zerstört. Die Anlagen im Glottertal fielen einem Kriegszug im Jahre 1298 zum Opfer. Obwohl auch im 14. Jahrhundert noch Silber abgebaut wurde, war dieses bedeutende Kapitel der Geschichte bis vor Kurzem fast völlig vergessen.

Bei einer Wanderung entlang des ehemaligen Urgrabens sind Reste des Grabens und Bergbauspuren zu sehen.

Quelle: Andreas Haasis-Berner, Wasserkünste, Hangkanäle und Speicherbecken. Eine archäologisch-historische Untersuchung zum Wasserbau im Mittelalter am Beispiel des Urgrabens am Kandel im mittleren Schwarzwald (2001).

Ders., Gold und Silber lieb’ ich sehr. Die Geschichte des Bergbaus rund um den Kandel. Waldkircher Heimatbrief  Nr. 169, September 1998, 1-13.

Tourist Information Glottertal